Die beiden Schlepper Fairplay-25 und Fairplay-26 der Firma FAIRPLAY sind in der Ostsee stationiert
und Teil der ARGE KÜSTENSCHUTZ.

Begleiten Sie hier den Bau des Modells des FAIRPLAY-25. 

Liegeplatz:  Sassnitz/Rügen

Bau:
Ausgang ist der Polyesterrumpf der Fa. Kagelmacher-Modellbau sowie in weiteren Bauphasen vorgefertigte Komponenten, wie z.B. die CNC gefrästen Aufbauten.

Wie man an Hand der Bilder erkennen kann fügen sich Rumpf und Aufbauteile nahtlos zusammen. Gut ist zu erkennen, wofür ein Schiff ein Totholz besitzt. Es erlaubt die Verwendung des universalen Arbeitsständers, der um 360° in alle Richtungen drehbar ist.
 
Nach ca. 4 Wochen ist der Rumpfrohling nach Bauplan beschnitten, Anker- und Schleppklüsen wurden eingebaut und das Schanzkleid anlaminiert. Wo notwendig blieb einem das Spachteln und Schleifen nicht erspart. Ehrlicherweise muss man sagen, dass sehr wenig Spachtelarbeit nötig war. Die Rumpfschale weist eine sehr hohe Qualität auf, das sorgfältige und genaue Arbeiten beim Erstellen von Urform sowie Laminierform zeigte seine Früchte.

Der aktuelle Bauzustand heißt Rumpf fertig lackiert, sowie erste Details der Beschriftung angebracht. Außerdem bereits angepasst die Einheit Schottelantrieb und Kortdüse. 

Was wäre ein Modell ohne sein Original? Mein Original ist in Sassnitz auf Rügen stationiert, wenige Kilometer von meinem Heimatort entfernt. Zum Weihnachtsurlaub gehörte dieses Jahr auch der Besuch des Originals dazu. Ein Bekannter vermittelte den Kontakt und so durfte ich der Besatzung meinen im baubefindlichen Schlepper präsentieren.
Es wurde eine Schiffsbesichtigung der aller feinsten Art, herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals dem Kapitän
und seiner Mannschaft. Nach mehr als einer Stunde verlies ich die FAIRPLAY-25 mit jeder Menge Detailfotos
sowie der Gewissheit bei Fragen bezüglich des Schleppers eine kompetente Anlaufstelle zu haben.

Seit meinem Besuch in Sassnitz sind 5 Wochen vergangen und der Bauzustand des Schleppers erreichte das nächste Etappenziel. Der Rumpf ist komplett lackiert. Die Kortdüsen ebenfalls, das Modell wäre fahrfertig, doch es mangelt noch am kompletten Innenleben. Bei den Decks, den Kaminen und den Aufbauten wie Fahrstand und Hauptmast sind die Arbeiten bereits sehr weit fortgeschritten. Die Treppen der Aufgänge wurden gefräst, lackiert und laut Plan an ihrem Platz fixiert. Das Gleiche gilt für die ersten "Meter" Reling.
 
Bei den Aufbauten dominiert der mit vielen Fenstern versehene Steuerstand ("Telefonzelle") das Erscheinungsbild. Die gefrästen Teile klebte ich mit Sekundenkleber, alles passte auf den Millimeter genau. Die Fenster werden später aus Plexiglas gefertigt und eingesetzt. Die oberen Fensterumrandungen erhielten die typische signalrote Lackierung, welche alle Notfalleinheiten auf See weithin erkennbar macht.
 
Die Bautätigkeiten verteilen sich im Moment auf Bug und Arbeitsdeck zu gleichen Teilen. Auf dem Backdeck entsteht aus vielen Einzelteilen die Schleppwinde. Laut Aussage der Besatzung werden die meisten Schleppeinsätze mit ihr durchgeführt. Wichtig war mir dabei der originalgetreue Nachbau mit so vielen Details wie möglich. Gut zu erkennen sind die breite Schlepptrommel, die etwas schmalere Speichertrommel, Kettenräder für Ankerkette sowie Handräder und Laufgitter. Steuerseitig mit rotem Lukendeckel der Notausstieg des Maschinenraums. 

Auf dem Arbeitsdeck entsteht die Staureling (Cargorail) aus 6mm Polystyrol.
Die Cargorail wurde verklebt und zur besseren Stabilität zusätzlich verstiftet. Das reicht aus um das Modell im Notfall  mal daran anzuheben. Nach vorne, zum Deckshaus hin schließt das sogenannte Kruzifix das Arbeitsdeck ab. Darauf ist steuerbordseitig der Arbeitskran montiert. Bei mir beweglich ausgeführt, allerdings nur per Hand, nicht ferngesteuert. Backbord ist das Beiboot mit dem dazugehörenden Kran zu sehen. Unter diesem Boot befindet sich die große Speichertrommel. Das Auge daneben im Kruzifix dient zur Trossendurchführung sollte einmal der Schlepphaken benutzt werden. Er ist zwar vorhanden, aber auf Grund der Schleppwinden eigentlich überflüssig. Auf die Speichertrommel, links im Bild, habe ich 1mm Stahldraht als Schlepptrosse aufgespult. 
             
Nun begann ich mit dem Fahrstand. Bei den vielen Fenstern war es selbstverständlich die komplette Brückeneinrichtung einzubauen. Elektronikschränke, Bildschirme und der Drehstuhl des Kapitäns entstanden passgenau aus Kunststoff. Die Schalttafeln, digitale Anzeigeinstrumente und Kartenmaterial erstellte ich mittels Plotter und Folie. Anschließend klebte ich sie auf ihren Platz im Fahrstand. 

Die zahlreichen Hinweisschilder, verteilt auf dem ganzen Schiff an markanten Stellen, fertigte ich ebenfalls am Plotter und warnen jetzt auch "Meine Besatzung" oder geben ihr wichtige Hinweise. Abgesehen von einigen wenigen Feinheiten wie Rettungsringen etc. präsentiert sich das Modell bereits zu 95% fertig. Die Glasscheiben einzusetzen gestaltete sich als heikle Arbeit, sollte doch kein Tropfen Kleber die spätere Sicht trüben. Jedoch auch dies gelang und das anschließende Einfügen des Daches vollendete den Brückenaufbau.

Nach ca. 6 Monaten Bauzeit durfte der FAIRPLAY-25 erstmals in seinem Element zeigen was ihn im steckt. Mit 2
eingebauten Schottelantrieben der  Fa. Marx, den passenden Motoren und der restlichen Elektronik ging’s an das Ufer der Spree. Ein vorbeifahrendes Sportboot sorgte mit seinen Wellen für den ersten Härtetest. Das Modell meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Ob die Wellen frontal oder von querab kamen, jeweils verhielt sich das Schiff wie ich es erwartet hatte und reagierte zuverlässlich auf jede Steuerbewegung. Einziger Wermutstropfen waren die Schottelantriebe. Durch ihre Ausführung mit Kunststoffzahnrädern inklusive sehr viel Fertigungstoleranz sind sie für meine Ansprüche nicht geeignet.


Fazit: Die Schottelantriebe fertige ich nun doch selbst an, was ich mir eigentlich sparen wollte. Die Antriebe sind Marke Eigenbau mit ordentlicher Stabilität. Aus Messingmaterial fräste ich die Gondel, schnitt sie auf, fräste die
Aufnahme für die Kugellager und die Welle.
 
Die Welle aus Nirosta läuft in reichlich Fett. Über einen extra Schmiernippel kann jederzeit Fett nachgedrückt werden. Die Kraft des Motors wird über Kunststoffkegelräder im Rumpf um 90° umgelenkt, in der Gondel sind es Kegelräder aus Messing. Die Welle nach unten läuft in einem Stevenrohr und ist mit O-Ringen und Fett abgedichtet. Die Anlenkung der Schottel erfolgt über einen Servo und einer Zahnstange je Schottel.

Alles in allem hat sich die Mühe gelohnt. Das Fahrverhalten hat sich stark verbessert und die Zugkraft reicht aus, um eine 85kg schwere Bohrinsel bedenkenlos zu ziehen. Für eventuelle Wartungsarbeiten können die Schottel einfach als ganze Einheit ausgebaut werden, denn sie sind im Rumpfboden nur wasserdicht verschraubt.
 
Nach dem der Schlepper noch mit den letzten Details ausgestattet wurde, dachte ich über eine vernünftige Lager und Transportmöglichkeit nach. Ich entschied mich für eine Art Schaukasten mit Plexiglashaube, wie man sie aus dem Museum kennt. Auf dem dafür verwendeten Mahagonibrett wurde in Form von Holzklötzchen eine Art Helling gebaut. Auf ihnen hat die Fairplay-25 einen sicheren Halt. Anschließend fräste ich eine ca. 4mm breite und tiefe Nut ins Brett. In dieser Nut arretiert sich dann die Plexiglashaube. Zur Verzierung wurde noch eine Messingtafel mit den Technischen Daten des Schleppers angebracht.



Sollte Sie dieser Bericht auf den Geschmack bringen auch einen Fairplay Schlepper als Modell zu bauen, so sei Ihnen gesagt, dass es von diesem Schleppertyp 6 fast baugleiche Schiffe gibt. Das Modell bekommen Sie als Teile-Bausatz oder auch nur als einzelne Bauteile wie Rumpf, Aufbau oder Winden, ganz nach Ihren Wünschen und modellbauerischen Vorstellungen bei
                         www.kagelmacher-modellbau.com

 

                                                                                

      Die FAIRPLAY-25 erhält neue Schottel-Antriebe!!!!!

    


Die nicht mehr zufriedenstellenden Schottel-Antriebe.


Ein mutiger Schritt der Demontage.


Rechts der defekte Antrieb.


Für viele Modellbauer wohl ein undenkbarer Schritt der Demontage.


Das neu eingepasste Rumpfteil.


Hier ist schon alles wieder neu einlaminiert.


Von außen alles wieder Fertig.


Nun müssen noch die Ansteuerungen (Riemenscheiben) neu instaliert werden.

Weitere Bilder folgen!!!!